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Mittwoch, 24 April 2019
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Wissen-Erlangung

Die Erlangung von Wissen wird heute immer schwieriger.

Im Mittelalter bestanden bei der Wissenerlangung Schranken durch den Stand bzw. das Geld. Im Laufe der Zeit wurde das Wissen immer mehr Teilen der Bevölkerung zugänglich gemacht. Abgesehen von den Privat-Schulen mit ihrer besseren Ausstattung, hat heute bei uns (prinzipiell) jeder die gleichen Chancen bei der Wissens-Erlangung.

Aber die Zeiten wandeln sich. Wir sind zur Zeit auf dem Weg in die Informationsgesellschaft. Die Information wird als Ware angesehen, die man verkaufen kann. Die wichtigen bzw. die aufbereiteten Informationen werden nur einer reichen Elite zur Verfügung stehen. Der Rest muß sich mit der Flut an Informationen, die uns heute schon überschüttet, zufrieden geben. All die Belanglosigkeiten, Nichtigkeiten und Halbwahrheiten müssen von den wichtigen und wahren Informationen getrennt werden. Und dies gelingt nur einer immer kleiner werdenden Masse. Diese Leute haben durch ihren Sinn für Wichtiges die Chance zur Elite aufzusteigen. Der Rest läßt sich von aufgebauschten Sensationen, unnützen Informationen über das Privatleben anderer, Billigangeboten der Kaufhausketten usw. besülzen und merkt nicht einmal das er verarscht wird.

Es gilt "Mit dem Wissen wächst die Unwissenheit" oder wie es Sokrates formulierte: "Ich weiß, daß ich nichts weiß". Die intelligenten Menschen haben nicht unbedingt ein größeres Wissen. Sie haben ihr Wissen jedoch besser strukturiert bzw. eingeordnet. Dadurch läßt sich ihr Wissen besser abrufen und es fällt ihnen durch das "Schachteldenken" leichter neue Informationen zu behalten. Wir brauchen also nicht ein Mehr an Wissen, sondern eine bessere Gestaltung unseres Wissens.

Ähnlich ist es mit den Informationen im WorldWideWeb. Man hat keine Chance die (auf ca. 100 Milliarden geschätzten) Web-Seiten alle zu besuchen. Entweder man durchsurft das Netz solange, bis man eine wichtige bzw. die interessierende Information erhalten hat. Oder man setzt die vorhandenen Such-Maschinen gezielt ein. Damit kann man die Anzahl der Seiten, die man durchforsten muß, so gering wie möglich halten. Nicht zu unterschätzen ist die enorme Zeitersparnis.

Der Astrophysiker Clifford Stoll behauptet in seinem Buch "Die Wüste Internet" sogar "Das Internet wird uns noch weiter verblöden".

Last Updated ( Sonntag, 23 März 2008 )